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Das deutsche Steuersystem

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Es gibt kaum ein Thema, was für Newcomer komplizierter zu verstehen ist, als das deutsche Steuersystem. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Steuern wie beispielsweise die Einkommens-, Gewerbe- oder Umsatzsteuer. Die Steuereinnahmen werden für das Gemeinwohl verwendet, dazu zählen soziale Sicherung, Bildung, Gesundheit oder Verkehrsinfrastruktur.

Die Höhe der Einkommenssteuer beträgt zwischen 14 und 45 % des gesamten Jahreseinkommens. Wie hoch die Steuerabzüge sind, liegt zum einem an der Höhe des Gehaltes, je mehr Einkommen, desto höher die Abgaben und in welcher Steuerklasse man ist. In Deutschland gibt es sechs verschiedene Steuerklassen, in die man automatisch eingeordnet wird, abhängig vom Familienstatus.

 

Steuerklasse

Familienstatus

1

a) Alleinstehende (Ledige, Geschiedene, Verwitwete)
b) Verheiratete / eingetragene Lebenspartner oder Lebenspartnerinnen

2

Alleinerziehende 

3

a) Verwitwete (im Jahr des Todes + Folgejahr)
b) Verheiratete / eingetragene Lebenspartner oder Lebenspartnerinnen
(wenn der Partner bzw. die Partnerin Steuerklasse V gewählt hat, oder nicht arbeitet bzw. weniger verdient)

4

Verheiratete / eingetragene Lebenspartner
(wenn der Partner bzw. die Partnerin auch Steuerklasse IV wählt)

5

Verheiratete / eingetragene Lebenspartner
(wenn der Partner bzw. die Partnerin Steuerklasse III wählt)

6

Ledige und Verheiratete / eingetragene Lebenspartner oder Lebenspartnerinnen
(ab dem zweiten Job, wenn Sie mehrere Jobs haben und entsprechend mehrere Lohnsteuerkarten vorlegen müssen oder aber wenn Sie die Lohnsteuerkarte nicht vorlegen, obwohl Sie es müssten)

 

Im Arbeitsvertrag wird immer nur das Bruttogehalt angegeben. Von diesem Bruttogehalt werden Ihnen automatisch Steuern abgezogen. Vom Nettogehalt spricht man nach Abzug der Steuern, das ist dann auch der Betrag, der von Ihrem Arbeitgeber auf Ihr Konto überwiesen wird. Das ist ein wichtiger Faktor, der auch schon in der Gehaltsverhandlung berücksichtigt werden sollte!

Des Weiteren werden Kirchensteuern und der Solidaritätszuschlag abgeführt. Die Kirchensteuer muss nur gezahlt werden, wenn bei der Neuanmeldung in Deutschland angegeben wird, das man Mitglied einer Kirche ist, diese Information wird dann automatisch dem Finanzamt übermittelt. Der Solidaritätszuschlag wird nur noch eingezogen, wenn das zu versteuernde Einkommen jährlich mehr als 62.127,00 € beträgt. Auch die Sozialversicherungsbeiträge für die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung werden direkt vom Bruttogehalt abgezogen.

Es ist möglich, sich am Ende des Jahres einen Teil der gezahlten Steuern über die Einkommenssteuererklärung zurückzuholen. Detaillierte Informationen zur Einkommenssteuererklärung finden Sie hier.

Bitte beachten Sie das die Einkommenssteuererklärung nur auf Deutsch verfügbar ist und bis zu einer bestimmten Frist, bei dem für Sie zuständigen Finanzamt eingereicht werden muss.